Dorfbewohner-mit-Solartaschenlampe


Klimaschutz-Karawanen gehört zu dem Themenfonds E.

Klimaschutz-Karawanen

Durch die Ausbildung afrikanischer Solarexperten und Dorfentwickler soll eine Energierevolution in Afrika angestoßen werden. Die Umweltstiftung Greenpeace unterstützt das Projekt von Greenpeace Schweiz, Solafrica.ch und zahlreichen lokalen Partnern seit 2011.

Stolz blicken die Bewohnerinnen des kleinen Dorfes im Norden Kameruns auf ihre neuen Öfen. Sie haben sie selbst aus Lehm und Stroh gebaut und sparen dadurch zwischen 60 und 70 Prozent ihres Bedarfes an Brennholz – ein großer Vorteil, denn Holz ist knapp in der kargen Dornsavanne der Sahelzone. Da das Holz in den neuen Öfen vollständig verbrennt, gehört auch der gesundheitsschädliche Rauch der Vergangenheit an.

Etwa 2000 dieser holzeffizienten Kochherde wurden 2010 im Rahmen der ersten Klimaschutz-Karawanen in 33 Dörfern Kameruns errichtet. Außerdem entkeimen dort jetzt über tausend Familien ihr Wasser mit Sonnenenergie, Hunderte von Solarkochern und -taschenlampen sind in Gebrauch. Die Ausbildung junger Afrikaner zu Solar- und Dorfentwicklungsexperten bringt zusätzliche Perspektiven. Und das ist erst der Anfang von dem, was Greenpeace Schweiz und Greenpeace Afrika zusammen mit den lokalen afrikanischen Partnern, dem Schweizer Verein Solafrica.ch und dem brasilianischen Forschungszentrum CABEPEC erreichen wollen: Stopp der Waldzerstörung, Klimaschutz und Armutsbekämpfung lauten die großen Ziele.

Holzeffizienter-Kochherd1

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die einfachen holzeffizienten Kochherde speichern die Wärme wie Thermoöfen. Dadurch brauchen die Menschen 60 bis 70 Prozent weniger Brennholz.

Eine Karawane, die bleibt

Die Klimaschutz-Karawanen ziehen nicht einfach nur vorüber und bringen Technologie „made in Switzerland“. In einem gemeinsamen Prozess wird entwickelt, was für die Gemeinschaft wichtig ist und wie es sich erreichen lässt. Anschließend lebt und arbeitet das Projektteam in den Siedlungen, leitet dort die Menschen an und installiert zusammen mit ihnen Solar- oder Trinkwasseraufbereitungsanlagen. Bausätze von Solartaschenlampen werden erklärt und zusammengesetzt oder die Übertragung eines Fußballspiels mithilfe von Sonnenenergie organisiert. Besser als durch ein solches „Solar Public Viewing“ lässt sich der Nutzen von Solarkraft kaum zeigen. Auch im südafrikanischen Jericho hat Greenpeace ein solches Projekt realisiert.

Projektmitarbeiter-erklaert-Solarpaneele

 

 

 

 

 

 

 

Ein Projektmitarbeiter erklärt den Dorfbewohnern, wie Solarpaneele funktionieren.

Die Gemeinschaft trägt das Projekt weiter

Damit die Klimaschutz-Karawanen nachhaltig wirken, muss nicht nur technisches Know-how vermittelt werden. Wichtig ist vor allem die Verankerung in den Dorfgemeinschaften. Zu diesem Zweck haben 28 junge Kameruner und Kongolesen eine international anerkannte Ausbildung zu Dorfentwicklern erhalten. Dabei gilt es, die Bedürfnisse und Fähigkeiten der Dorfbewohner in den Vordergrund zu stellen. Guilherme dos Santoz Barboza, Präsident des Forschungszentrums CABEBEC, arbeitet in Brasilien seit vielen Jahren erfolgreich mit diesem Ansatz.

Wie gut er sich auch für Afrika eignet, erlebten ein paar der frisch diplomierten Feldforscher sofort nach der Ausbildung als Mitglieder des Projektteams: Überall erhielten sie große Zustimmung. Auch die Ausbildung der sogenannten „Community Trainer“ kam gut an. Diese übernehmen in den Dörfern die Verantwortung für die Umsetzung der erarbeiten Projektpläne – auch wenn die Karawane längst weitergezogen ist. Unterstützt werden sie dabei von AIWO -CAN , einem Netzwerk afrikanischer Frauen, das über gute lokale Strukturen in zahlreichen Ländern Afrikas verfügt und in Kontakt mit Organisationen wie dem Kinderhilfswerk Unicef steht.

Nach den positiven Erfahrungen in Kamerun sollen 2011 weitere Klimaschutz-Karawanen in die Demokratische Republik Kongo folgen. Das von Bürgerkriegen geplagte Land ist heute noch zur Hälfte mit tropischem Regenwald bedeckt. Doch Holzkonzerne dringen immer tiefer in die empfindlichen Waldgebiete ein und zerstören den zweitgrößten Urwald der Erde – mit fatalen Folgen für das Klima, das Ökosystem und die Menschen, die in und von den Wäldern leben. Starke Dorfgemeinschaften können auch hier die Alternativen aufzeigen: eine nachhaltige und ressourcenschonende Nutzung des Waldes und die Einführung von Solartechnologien. Ende 2011, pünktlich zur UN-Klimaschutzkonferenz, sind weitere Karawanen in Südafrika geplant.

Die Umweltstiftung Greenpeace unterstützt die Fortführung des Projekts, indem sie die Kosten für die Ausbildungsmaterialien und die Schulung der afrikanischen Mitarbeiter übernimmt.

www.greenpeace.ch/klimakarawane